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BESSER, WENN MAN ES NIE GANZ GESCHAFFT HAT

Thomas Stipsits, Kabarettist mit Leobener Wurzeln, spielt in der Topliga ...



der österreichischen Kleinkunst. Der 26-Jährige spricht im Interview mit Andreas Schöberl (Kleine Zeitung) über künftige Pläne.

Herr Stipsits, beruflich läuft es bei Ihnen ideal. Ihr Kabarettprogramm "Cosa Nostra - Unsere Sache" hat eingeschlagen wie eine Bombe. Man kann mit Fug und Recht behaupten, dass Sie in der obersten Liga der österreichischen Kleinkunst mitspielen. Kann man auch sagen, Sie haben es geschafft?

THOMAS STIPSITS: Es stimmt, es läuft super. Ich kann es manchmal selbst noch nicht glauben. Es ist vieles geschehen, ich habe großes Glück gehabt, wenn auch Jahre harter Arbeit dahinterstecken. Aber ich glaube, es ist in der Kabarettbranche gleich wie beim Schifahren: Man kann sich immer verbessern. Es ist also besser, wenn man es nie ganz geschafft hat. Das ist so, wie wenn jemand einen Preis für sein Lebenswerk bekommt. Das sieht dann ein bisschen so aus wie: "So, und jetzt kannst du gehen".

Die DVD mit Ihrem aktuellen Programm ist ein Verkaufsschlager.

STIPSITS: Was mich wirklich gefreut hat, dass sie sogar in den Charts war. Ein komisches Gefühl, seinen eigenen Namen zwischen Nirvana und Lady Gaga zu lesen. Das hat sicher auch Lady Gaga gefreut, in den Verkaufs-charts neben Thomas Stipsits zu stehen (lacht).

Als Sie vor zehn Jahren als 16-Jähriger in Leoben ihr Bühnendebüt als Kabarettist hatten, hätten Sie sich damals gedacht, dass Sie so weit kommen würden?

STIPSITS: Geträumt habe ich davon und es mir vielleicht erhofft. Aber gedacht habe ich es nicht. Bei meiner Karriere habe ich niemals etwas erzwungen. Ich habe meine Karriere nicht mit den Füßen getreten. Es ist sehr gut, dass ich Jahre lang hart gearbeitet habe. Denn, wenn sich der Erfolg quasi über Nacht einstellt, hält er meistens auch nicht lange an.

Hat es in Ihrer bisherigen Karriere jemals einen Punkt gegeben, an dem Sie alles hinschmeißen wollten?

STIPSITS: Nein, zum Glück nicht. Natürlich gibt es Phasen, in denen man sich denkt, warum tust du dir das alles eigentlich an. Gerade am Anfang, wenn wenig Leute zu deinen Auftritten kommen und man das Gefühl hat, dass das, was man macht, sowieso keinen interessiert. Damit muss man erst einmal fertig werden. Aber später ist es dann wunderschön zu sehen, dass das, was bis dahin geglost hat, plötzlich richtig zu brennen beginnt.

Bei Ihnen hat man stets das Gefühl, es geht noch mehr. Was zaubern Sie in der nächsten Zeit aus der Trickkiste? Was haben Sie für Pläne?

STIPSITS: Wir haben am Donnerstag mit den Dreharbeiten für die neue ORF-Fernsehserie "Burgenland ist überall" begonnen. Die acht Teile werden voraussichtlich im Frühjahr ausgestrahlt werden. Wir drehen in den Rosenhügel-Studios, in denen unter anderem die Sissi-Filme gedreht worden sind. Das ist ein beeindruckendes Flair. Überall hängen im Foyer der Studios alte Sissi- und Hans-Moser-Plakate. Das sind schon richtig ehrwürdige Hallen.

Worum geht es in der Serie?

STIPSITS: Das burgenländische Storch TV funkt dem ORF dazwischen und bringt Dokumentationen über die einzelnen Bundesländer. Alles ist im Sixties-Style gehalten.

Was steht noch alles an Vorhaben an?

STIPSITS: Ich nehme mir auch die Freiheit, in Wien zwischendurch Theater zu spielen. Sehr genossen habe ich, bei der Fernsehsendung "FC Rückpass" mit Lukas Resetarits mitwirken zu können. Von solchen Profis wie ihm kann ich als Junger unheimlich profitieren. Er hat in diesem Geschäft ja wirklich schon alles gesehen. Im Sommer habe ich dann drei Monate Spielpause, weil ich mich da auf die Arbeit für mein neues Kabarettprogramm konzentrieren will.

Können Sie die Grundidee für Ihr neues Programm schon ein wenig skizzieren?

STIPSITS: Die Grundgeschichte ist fertig. Sie wird wieder im Dorf spielen. Ich mag solche Plots, die im Kleinen stattfinden, aber auch internationales Flair haben. In einem burgenländischen Dorf stirbt ein Schachweltmeister, seine letzte Schachpartie bleibt am Brett unvollendet. Jeder Zug, der auf diesem Brett gemacht wird, bedeutet einen weiteren Zug in der Handlung. So wird Stück für Stück von den Geheimnissen aufgedeckt, die die Bewohner dieses Dorfes mit sich tragen.

Die Stinatzer Kabarettmafia überschwemmt Österreich. Wie sieht es mit dem deutschen Markt aus? Haben Sie vor, den irgendwann auch zu erobern?

STIPSITS: Der bayrische Markt ist riesig. Wenn ich dort aufgetreten bin, habe ich mit dem Exotenstatus des Österreichers immer guten Erfolg gehabt und auch meis

tens gute Kritiken geerntet. Aber um diesen Markt zu erobern, muss man auf eine Ochsentour gehen, um ihn richtig zu beackern. Was den Norden Deutschlands betrifft, weiß ich ganz genau, wo meine Grenzen liegen. Ich möchte mein Programm nicht auf Hochdeutsch in Berlin bringen. Und unser Dialekt ist für die Norddeutschen wie Chinesisch. Meine Programme sind zu spezifisch für Österreich.

Für wann ist das nächste Heimspiel in Leoben avisiert?

STIPSITS: Ende April komme ich nach Leoben. Allerdings nicht als Kabarettist, sondern als Musiker. Ich spiele mit Uli Bäer und Willi Ganster, mit zwei Musikern, die wirklich etwas können. Das ist ein schöner Ausgleich.

INTERVIEW:ANDREAS SCHÖBERL, KLEINE ZEITUNG



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