... "Burgenland ist überall" wurden am Dienstag beendet. Thomas Stipsits, Kabarettist und Schauspieler, ist für den burgenländischen Sender "Storch TV" in ganz Österreich unterwegs. Er ist Thomas der Forscher, Burgenlandologe, Bürgermeister Stefan Piplits, Vizebürgermeister Severin Piplits und Prof. Ruud van Bommel in einer Person. Er stellt dabei fest, dass das Burgenland allen anderen Bundesländern Ideengeber und Vorbild war, sei es kulturell, landschaftlich oder bei lokalen Balzritualen. Diese Berichte werden vom Stanitzer Bürgermeister stolz in "seinem TV" präsentiert.
Die neue Serie wird in neun Teilen ab Herbst in der Donnerstag-Nacht im ORF zu sehen sein. Was auf den ersten Blick wie ein groß angelegter Burgenland-Witz wirkt, versteht der Autor, selbst ein halber Burgenländer, als "Ehrenrettung" des nicht immer ganz ernst genommenen Bundeslandes. "Jetzt hat man uns Burgenländer solange belächelt. Jetzt schlagen wir zurück", erzählt Stipsits im Gespräch mit der "Wiener Zeitung".
Andreas Hofer, eine burgenländische Erfolgsgeschichte
Im Gegenteil, er hofft, dass sich durch diese Serie die anderen Bundesländer nicht auf den Schlips getreten fühlen. So erzählt der Bürgermeister in einer Folge etwa ganz stolz von "Andreas Hofer, eine burgenländische Erfolgsgeschichte". Oder: Der burgenländische Komponist Joseph Haydn hat in Wirklichkeit die Stücke für den untalentierten Wolfgang Amadeus Mozart geschrieben.
Freunderlwirtschaft in der Politik, Unprofessionalität bei der Arbeit sind laut Stipsits nicht nur Markenzeichen des Burgenlands, sondern in ganz Österreich zu finden. Aber natürlich habe das Burgenland einen Sonderstatus. Die Burgenländer sind die "Gscheaden", die am Entwicklungsplan der EU immer an letzter Stelle stehen, sagt Stipsits. Doch der in Leoben Geborene sieht darin auch einen Vorteil: "Das Beste, was einem im Leben passieren kann ist, wenn man nicht ganz ernst genommen wird". Die Mitleidsschiene habe den Burgenländern enorme Vorteile verschafft.
Bürgermeister: "Pepi, du musst bei mir noch einen ganzen Wald im Weinkeller als Parkettboden verlegen." Pepi: "Tut mir leid, das geht nicht." Bürgermeister: "Bist wo on grennt? Das ist ein gefördertes EU-Projekt." Ob das die Ehrenrettung für das Burgenland ist, bleibt dahingestellt. Gutes Kabarett ist es auf alle Fälle.
Wiener Zeitung vom Donnerstag, 04. März 2010