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MYTHOLOGIE UND KNALLHARTE REALITÄT: "GRIECHENLAND"

Stinatz als Running Gag? Ausgerechnet das südburgenländisch-kroatische 1300-Einwohner-Dorf ...

... als  roter Faden in den Programmen eines jungen Kabarettisten? Ja, schließlich hat Stegersbach eine Therme und Stinatz nicht einmal ein Freibad.

Na und, denken Sie? Nicht so Thomas Stipsits. Den Steirer aus Leoben mit Wurzeln in Südburgenland wurmt der Makel seines Sommerdomizils. Deshalb schon sein legendärer Appell „Baut's a Freibad in Stinatz" in seinem Burgenland-Western „Erbarmungslos".

Stipsits, als "Kleinkunstwunder" gefeiert, bleibt als letzter Ausweg nur Griechenland. Sonne, Strand, Mythos und Meer. Im fernen und fremden Land von Sirtaki, Tsatsiki und anderer „Unaussprechlichkeiten“ erfährt er gleich beim Begrüßungs-Ouzo von einem Geheimnis.

In „Griechenland – Die Legende des heiligen Trinkers“, einer Geschichte der Irrungen und Wirrungen, gerät er bald mitten hinein in die uralte Heraklessage und muss dann auch diese zwölf Aufgaben der Götter lösen. Mit den ewigen Fragen um Liebe und Tugend.

Der Taxifahrer - kein geringerer als Götterbote Hermes – bringt ihn an eine ominöse Weggabelung. Zwei geheimnisvolle Frauen kreuzen seinen Weg. Eine abenteuerliche Odysee beginnt. Die herzlosen Götter des Olymps meinen es jedenfalls nicht gut mit dem „Stipsits-Buam“.

Der begegnet u. a. Jörg Haider, der wie Hitler kurz vor dem Untergang im Führerbunker unter massivem Realitätsverlust leidet ("Schmid hat die Steiermark nicht erobert? Das war ein Befehl!"); und Wolfgang Ambros, der an einem Album mit Kochrezepten arbeitet. "Schifoan" mutiert zu „Grießschmarrn“.

Stipsits’ Programme leben vor allem von den Charakterfiguren und der Situationskomik und entstehen im Familienunternehmen: „Der Papa und ich, wir schreiben jeder für sich. Dann treffen wir uns wieder und blödeln herum. Der Oma, dem Bruder und der Mama wird es auch vorgespielt, und die sagen dann ihre Meinung dazu."

Alle Figuren im Solo haben ein reales Vorbild. Der  Bundesheeroffizier Steinschleifer in „Griechenland" hat einen S-Sprachfehler wie seinerzeit auch der Wehrdienst-Ausbildner des Vaters. Um sich nicht den Zorn der Götter zuzuziehen, stellt sich Stipsits den Aufgaben. Dabei begegnet er u. a. Hannibal, dem Kannibalen (Das Schweigen der Lämmer) alias Stefan Remmler und Wolfgang Ambros als Forrest Gump.

Schließlich besiegt er im Magic Life Club ums Eck Robbie Williams beim Tretbootrennen im Namen der gesamten Männerwelt. Und in der Unterwelt begegnet ihm noch einmal Jörg Haider, der Mann, der inzwischen „alle Ortstafeln dieser Welt übersetzt hat“.

In Griechenland sieht sich Stipsits in ferner Zukunft auch „schon irgendwie als alter Mann irgendwo sitzen und auf das Leben zurückblicken. Mit sich selbst im Reinen und der Erkenntnis, dass es eigentlich immer und zu jeder Zeit nur darum geht, den Moment genießen zu können.“

Linktipp:
www.kurier.at


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