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Aktuelles Programm: Gott & Söhne

Triest

Triest

Programm

Im Hafen von Triest sticht der Luxusdampfer „Bloody Mary“ Richtung Tunesien in See. Neben den gewöhnlichen Passagieren befindet sich auch ein Filmteam des ORF, mit dem Vorhaben, den Zweiteiler „Die letzten Sonnenstrahlen des Glücks“, mit Christiane Hörbiger, Harald Krassnitzer und Manuel Rubey zu drehen, an Bord. Da den Passgieren durch die Filmaufnahmen Unannehmlichkeiten entstehen könnten, kam dem Reiseveranstalter die Idee, zur allgemeinen Auflockerung, einen Kabarettisten als Mitternachtseinlage zu engagieren. Nachdem Lukas Resetarits und Josef Hader kein Interesse an dem Projekt zeigten, konnte man zumindest einen Teilerfolg verbuchen und das „ewige Talent“ Thomas Stipsits exklusiv verpflichten.

Oder war doch alles ganz anders?

Eine zufällige Begegnung führt zu den wesentlichen Fragen…Was ist der Unterschied zwischen Wirklichkeit und Realität?
Wo fängt Verrücktheit an?
Stimmt es, dass wir 200 mal pro Tag lügen?
Stellen wir uns nicht alle besser da als wir sind, weil wir geliebt werden wollen?
Hat es sich unsere Elterngeneration mit ihren Lebensweisheiten („ein echter Indianer kennt keinen Schmerz“ und ähnlichem) nicht doch zu einfach einfach gemacht? Ist nicht eigentlich alles etwas komplexer?
Was ist eine Freundschaft wert?

Zwei Männer auf der Rehling teilen ein Schicksal und müssen letztendlich feststellen:
Nichts ist lächerlicher als der Versuch der Kontrolle?
Und warum dieser rote Koffer?
Regie: Andi Peichl

Pressestimmen

Werner Rosenberger – Kurier, Printausgabe

Christiane Fasching – TIROLER TAGESZEITUNG

AUF DEM NARRENSCHIFF DES LEBENS

Thomas Stipsits und Manuel Rubey spielen sich in „Triest“ um den Verstand. Innsbruck – Das Leben ist wie ein ÖVPler auf der Love Parade. Komisch. Oder wie Hodenkrebs mit 27. Gemein. Aber das Leben ist auch wie eine Wiese, die nach Kindheit riecht. Oder wie die Erinnerung an jene Nächte, in denen einen der Papa vor den Albtraum-Dämonen rettete. Zauberhaft und schön. Wenn Thomas Stipsits und Manuel Rubey in ihrem Zwei-Mann-Stück „Triest – Sehnsucht nach Florenz“ singend über den Sinn des Lebens fabulieren, dann liegen Lachen und Weinen ganz nah beieinander, dann gibt‘s kein Schwarz und kein Weiß, sondern nur die Kombination daraus. Und die ist nicht grau, sondern schlau.

Wie das kongeniale Kabarett-Debüt des Duos, das auf der Bühne mit seinen Schwächen spielt und seine Stärken durch den Kakao zieht. Oder ist‘s umgekehrt? Unklar bleibt auch, ob es das Kreuzfahrtschiff „Bloody Mary, auf das es Stipsits und Rubey verschlägt, überhaupt gibt. Realität und Fiktion verschwimmen zusehends, am Ende gibt‘s Valium statt Wellengang und Borderline statt Bordprogramm. Willkommen auf dem Narrenschiff, das sich Leben nennt. Doch bis beim durchgeknallten Finale niemand mehr bei Sinnen ist, beweisen sich „das ewige Talent“ (Stipsits) und „der Waldorf-Schüler, der mal Falco war“ (Rubey), als irre gute Schauspieler, die mühelos von einem Charakter in den nächsten switchen und sichtlich Spaß daran haben, ihrer schizophrenen Ader freien Lauf zu lassen. Nebenbei beweisen sie beim Recyceln alter Austro-Hadern echte Popstar-Qualitäten. Und wenn Josef Hader da aus dem Off „Danke“ tönt, möchte man sich nur anschließen und „Es war mir ein Volksfest“ brüllen. Lässt‘s dann aber doch bleiben und summt stattdessen Steffi Wergers Liebeskummer-Hymne „Sehnsucht nach Florenz“ mit.

Ach, Ricardo. Einen Wermutstropfen gibt‘s bei „Triest“ dann aber doch. In Tirol wird das kabarettistische Meisterwerk vorerst nicht mehr gezeigt. Schade – aber vielleicht strandet die „Bloody Mary“ ja doch mal wieder in der Gegend. Überbordende Freude wäre garantiert.

ANDREAS SCHÖBERL – Kleine Zeitung

Alles wird anders bleiben

(…) Thomas Stipsits und Manuel Rubey entkernen in ihrem neuen Kabarettprogramm „Triest“ das menschliche Wesen bis zur bloßen Nacktheit (…)

Stipsits und Rubey haben sich gefunden und sind kongeniale Bühnenpartner. Sie harmonieren perfekt und lassen schon zum Start ihres brandaktuellen Programms das fruchtbare Potenzial erahnen, das sie mit Sicherheit noch ernten werden. Sie sind herrlich respektlos, felsenfest zeitlos, mit ihrer eigenen Person gnadenlos, manchmal atemlos, aber niemals tonlos. Die musikalischen Dialoge sind eine
Wucht. Tosenden Applaus fuhren die beiden im Stadttheater ein – zu Recht.

VERONIKA SCHMIDT – Die Presse

Rasante Kreuzfahrt durch die österreichische Seele – Thomas Stipsits und Manuel Rubey toben sich im Kabarettprogramm „Triest“ vorbildlich aus: Schauspielkunst, gutes Timing und die richtige Chemie fügen sich zu einem herrlich verrückten Stück zusammen.

Und am Ende sitzt man baff da. Zwei Stunden, zwei Mann auf der Bühne, unzählige Wendungen der Geschichte (…) und am Ende würde man gerne alles nochmal von vorne sehen: Um zu kontrollieren,
ob tatsächlich alles so war, wie es am Schluss dargestellt wird. So ging es einem auch nach Filmen wie „Fight Club“ oder „The Sixth Sense“ (…) Doch das nur nebenbei, die eigentlichen Fragen dieses exzellenten Stücks sind: Wo liegt die Grenze zwischen Wahnsinn und Wirklichkeit? Wer sind die wirklichen Freunde? Leben Filmstars und Kleinkünstler tatsächlich in verschiedenen Welten? Beherrschen Gier und Gefallsucht die Welt?

Das Setting beginnt auf einem Kreuzfahrtschiff (nach bolivianischen Sicherheitsvorschriften), auf dem sich der gehetzte und zerrissene Filmschauspieler Rubey (ganz in schwarz) und der leicht zufrieden zu stellende Kabarettist Stipsits (ganz in weiß) eine enge Kabine teilen müssen; fast so wie Herr Müller-Lüdenscheidt und Dr. Klöbner ein Badezimmer in Loriots Fantasie. Was an der restlichen Geschichte Fantasie und was (gespielte) Wirklichkeit ist, bleibt oft dem Zuseher überlassen. (…)

Dabei zeigen Stipsits und Rubey ihre Wandlungsfähigkeit, klassische österreichische Charaktere werden durch Überzeichnung aufgeblattelt, sogar tiefe Wuchteln kommen charmant rüber. Auch das Zusammenspiel mit der Technik (Christian Stipsits) kann begeistern – und für Lacher sorgen: Jede pantomimisch geöffnete Türe wird akustisch untermalt; klappt es einmal nicht, wird ein Fake-Streit mit dem Techniker angezettelt. (…)

Gesang ist dem ehemaligen Bandmitglied von „Mondscheiner“ Rubey und dem stets mit Gitarre auftretenden Stipsits ohnehin wichtig, auch in allen musikalischen Einlagen ergänzen sich die zwei Burschen in „Triest“ vorbildlich (…) Der Jubel am Premierenabend war groß.

Bleibt nur noch eine Frage: „Was hat Stefanie Werger mit all dem zu tun?“

WOLFGANG HUBER-LANG – Austria Presse Agentur (APA)

(…) Das Leben ist nicht einfach Schwarz und Weiß – das zeigen Stipsits und Rubey nicht nur durch Wechsel ihrer Bühnenkleidung, die nach Schlusspfiff mit dem klassischen Leiberltausch abgekämpfter
Fußballer gekrönt wird. Sie schlüpfen – durch präzise Toneinspielungen unterstützt – in eine Vielzahl von Rollen (…) zeigen zwei Himmelhunde im Show-Fegefeuer und nehmen dabei auch sich selbst auf
die Schaufel (…)

Vor der Pause erinnert das gemeinsam geschriebene Programm an eine Verwechslungskomödie, die in einer bitterbösen Szene, in der ein Regisseur einen Kleindarsteller quält, ihren Höhepunkt findet.
Danach wird „Triest“ mehr zum klassischen Nummernprogramm. (…) Hier ist „Triest“ Feelgood-Kabarett mit Tiefgang, weit weg von kritischem Zeitgeist-Kabarett der Marke „Wir wüssten ja wie’s
geht, aber die bösen Spießer da draußen sind leider die Mehrheit“.

Großer Jubel und viel Applaus bei der gestrigen Premiere im Wiener Stadtsaal. Ein ganzes Jahr werden Thomas Stipsits und Manuel Rubey mit „Triest“ und ihrem geheimnisvollen kleinen roten Koffer auf Tournee sein. Es dürfte ein erfolgreiches Jahr werden.

PETER BLAU – kabarett.at

Überraschungen sind doch das Schönste. Wenn ein Publikumsliebling unter den heimischen Kabarettisten aus Freundschaft und Freude zusammen mit einem bislang vorrangig als Schauspieler und Musiker
in Erscheinung getretenen Falco-Film-Darsteller ein Programm mit dem ergebnisoffenen Titel „Triest“ schreibt und spielt, kann doch niemand ahnen, dass dabei ein ebenso spaßiges wie berührendes,
sensationell gelungenes Stück Kleinkunstgeschichte herauskommt. Sehr super!

(…) jede Menge Situationskomik und eine abwechslungsreiche Parade absurd-komischer Szenen und Charaktere, bei denen auch die Selbstironie und Insider-Anekdoten nicht zu kurz kommen. (…)
Aber sonst? Mit einer in der Kleinkunstszene eher unüblichen, ja fast schon unheimlichen Perfektion und Präzision setzen sie ihre Geschichte in Szene. Pointe für Pointe. Ganz locker. Da steckt so viel Arbeit dahinter!

(…) Und dann kommt noch das Finale. Und was für eines! Meine Herren! Über die Story der zweiten Halbzeit sollte ja eigentlich nichts verraten werden. Nur so viel vielleicht : Wann waren Sie im Kabarett das letzte Mal zu Tränen gerührt? Und kein einziger Ruf nach Zugabe. Jeder hat’s verstanden. Brillante Arbeit, große Kunst, beste Unterhaltung. Glückwunsch & Danke!

THOMAS TRENKLER – Der Standard

Wahnsinn auf dünnem Eis – Thomas Stipsits und Manuel Rubey brillieren mit ihrem Duo „Triest“ Wien – 1991 träumten zwei junge Männer von Indien. Zwei Jahrzehnte später stechen zwei Nachfolger
von Triest aus in See. Parallelen und Bezüge gibt es, abgesehen von Ortsangaben als Titel, zuhauf: Alfred Dorfer und Josef Hader verkörperten in Indien recht konträre Typen, die, zu einer Zwangsgemeinschaft verurteilt, allmählich engste Freunde werden. Was für die beiden das Auto war (Dorfer und Hader sitzen nebeneinander in der Fahrgastzelle und starren auf die Straße), ist für Thomas Stipsits und Manuel Rubey die ziemlich enge Schiffskabine: Sie müssen sich diese aus Platzmangel teilen. Und so sitzen sie, zunächst missmutig, nebeneinander auf dem Doppelbett.
Stipsits/Rubey erweisen Indien, mit dem Hader und Dorfer das Kabarett in Österreich erneuerten, gleich mehrfach ihre Reverenz: Irgendwann wird der klassische Dorfer-Spruch „Danke, ganz lieb“ zitiert;
und Hader höchstpersönlich spricht gegen Schluss hin einen wichtigen Part aus dem Off. Triest ist aber, auch wenn erneut die Themen Männerfreundschaft und Krankheit abgehandelt werden, keine Kopie: Vor allem mit den Mitteln des Slapstick und der Pantomime werden Maßstäbe in Bezug auf Tempo, Choreografie und Synchronisation gesetzt.

(…) man genießt den Wahnsinn, auf den sich Rubey/Stipsits einlassen. Immer wieder stellen sie Fallen – sich selbst und auch dem Publikum. Sie brechen mehrfach Grenzen auf, etwa wenn sie, überfordert von den Tonzuspielungen, zu denen sie agieren, den Techniker anschreien. Ist das Absicht? Oder Improvisation? Gehören die Hänger zur Dramaturgie? Realität und Fiktion vermischen sich gleich auf mehreren Ebenen.

(…) Stipsits/Rubey ist ein Wurf geglückt. Chapeau!

WERNER ROSENBERGER – Kurier

Kabarettist Thomas Stipsits und Schauspieler Manuel Rubey brillieren als Duo mit ihrem Programm „Triest“ im Wiener Stadtsaal. Zum Tränen-Lachen: Thomas Stipsits und Manuel Rubey bei der Premiere von „Triest“ Freitag im Stadtsaal. Beide sind an Bord des Luxusdampfers „Bloody Mary“ ziemlich viele. (…) Da wimmelt es nur so von eigentümlichen Charakteren vom lispelnden Reiseleiter bis zum total exaltierten Fernsehregisseur

(…) Die zwei haben jedenfalls eines gemeinsam: Den Sinn für Komik. Viel G’fühl für Gaudi. Der Rest ist die sogenannte Chemie – und die stimmt hier sehr (…) Das alles hat Tempo und Charme. Beide hüpfen wie selbstverständlich in Sekundenschnelle von einer Rolle in die nächste, zeichnen akkurat die verschiedensten Typen. Dazu kommen Parodien, Mutterwitz und sonst Heiteres, Pantomime, Austropop und „die dümmsten Sprüche der Welt“.

KURIER-Wertung: 4,5 von 5 Sternen